TFV-Spielausschuss erwägt Verlängerung der Saison
Matthias Icha, 25.02.2011
TFV-Spielausschuss erwägt Verlängerung der Saison
Im Interview zwischen Hin – und Rückrunde: TFV-Spielobmann Gerald Rössel
Die lange Winterpause nähert sich dem Ende. Die ersten Nachholspiele sind bereits durchgeführt worden. Nun geht es, sehr zur Freude der Anhänger, mit dem Spielbetrieb im Freien weiter. Wir sprachen zwischen der Hin – und Rückrunde mit dem Vorsitzenden des Spielausschusses im Thüringer Fußball-Verband (TFV) Gerald Rössel (Sömmerda) über die Tendenzen in der Hinrunde, aber auch darüber, was auf die Fußballgemeinde in Thüringen zukommt.
Wie fällt Ihr Resümee der Hinrunde 2010/11 aus?
„Die Berichte der Spielleiter im Land sind allen Vereinen zeitnah zugegangen. Hieraus kann jede Mannschaft Schlussfolgerungen ziehen. In der Verbandsliga galt es, bedingt durch die Oberligaabsteiger, eine Mannschaft mehr einzuordnen. Ich kann allerdings keinen Niveauanstieg erkennen. Im Fairplay bewegen wir uns auf der Höhe des Vorjahres. Lobenswert ist das Verhalten von Rudolstadt und Heiligenstadt. In der Fairplay-Tabelle weit unten stehen allein drei ehemalige Oberligavertreter. Leider ist die Zuschauerresonanz rückläufig. Hier sollte man in den Vereinen überlegen, wie man Punktspiele anziehender für die ganze Familie machen kann.“
Ein Wort noch zum Zuschauerverhalten..
„Wir haben uns mehrfach mit den Fragen von Ordnung und Sicherheit und mit der Tätigkeit unserer Vereine in Verbindung mit den Fangruppen beschäftigt. In diesem Jahr haben wir bekanntlich zum zweiten Male den ODDSET-Fair-Fan-Cup ausgeschrieben. Wir hatten mehr erwartet. Nur die Hälfte der Vereine kümmert sich um ihre Anhänger. Anderseits gibt es, in allen Spielklassen, noch zu viele Ausschreitungen. Wir appellieren an die Vereine, sich ihren Fans noch intensiver zuzuwenden.“
Das Abschneiden des Herbstmeisters 1. FC Gera 03 in der Verbandsliga war sicherlich nicht zu erwarten …
„Das ist schon überraschend, da noch zu Saisonbeginn die Insolvenz für Gera drohte. Doch es gab Spielerzugänge und dadurch wurden diese positiven Leistungen erreicht.“
Die erste Halbserie war durch viele Spielausfälle gekennzeichnet. Die bereiten den Spielleitern und den Vereinen Sorgen. Was tut der Spielausschuss, um das Spieljahr gut über die Runden zu bringen?
„Man muss schon weit zurückblicken, um auf eine so starke witterungsbedingte Beeinflussung der Saison zu kommen. Die Probleme der Verantwortlichen für den Spielbetrieb im TFV sind in diesem Jahr besonders groß. Allein in der Verbandsliga sind 20 ausgefallene Begegnungen in den kommenden Wochen vernünftig einzuordnen. Dabei steht die Frage, wie man den Spielplan zeitlich über die Runden bringen kann. Gespräche mit den Vereinen haben gezeigt, dass der 29. Spieltag, der an einem Mittwoch stattfinden soll, die Verbandsligisten vor Probleme stellt. Wir haben über dieses Problem im Spielausschuss am 12. Februar ausführlich beraten und in Erwägung gezogen, den Zeitfaktor durch eine Verlängerung der Saison um eine Woche günstiger zu gestalten. Dabei befriedigt uns nach wie vor jedoch nicht, wie mancher Verein bei schlechten Platzbedingungen reagiert. Hier hat der TFV mit dem Gemeinde – und Städtebund klare Vereinbarungen getroffen. Der Eigentümer einer Sportanlage kann nicht allein über die Bespielbarkeit eines Platzes entscheiden. Dabei haben wir die gleichen Interessen wie die Platzbesitzer, aber es müssen die Platzkommissionen gemeinsam entscheiden.“.
Wie weit sind die Planungen für das Spieljahr 2011/12 gediehen?
„Der Entwurf des Rahmenterminplans 2011/12 ist mittlerweile auf unserer Homepage veröffentlicht. Wir werden den Ablauf so verändern, dass die Winterpause länger wird und wir möglicherweise bis Ende Juni spielen. Dabei darf man nicht übersehen, dass sich beispielsweise Änderungen der Spielklassenstruktur in der Regional – und Oberliga auf unseren Terminkalender auswirken. Den Spielausschuss beschäftigt auch die Frage, welches Leistungsniveau die höchste Spielklasse im Land hat. Die Zahl der Mannschaften, die in höhere Spielklassen außerhalb des Verbandes wechseln, sollte man sehr kritisch beleuchten. Es geht nicht nur darum, dort Fußball zu spielen, sondern man braucht auch die entsprechenden Voraussetzungen in der Vereinsstruktur. Ich denke, die Oberliga sollte mit nicht mehr als mit 16 Mannschaften spielen. Außerdem wäre es gut, wenn auf Landesebene möglichst viele Derbys stattfänden.“
Im TFV hat in diesem Jahr erstmals die neue Spielklassenstruktur gegriffen. Wie sieht Ihr erstes Fazit für den Männerbereich aus?
„Wir sind bekanntlich mit drei statt zwei Landesklassen und mit neun Regionalklassen anstelle von sieben Bezirksligen gestartet. Der Schritt hat sich bewährt, wenn ich an die zahlreichen Derbys in der Landesklasse oder auch an die Entfernungen, die die Mannschaften zurücklegen müssen, denke. Die Regionalklasse wird für zwei Jahre durch das Land geführt. Leichte Sorgen bereiten uns unterschiedliche Entscheidungen bei ähnlich gelagerten Vorgängen. Hier wollen wir durch Gespräche mit den Spielleitern und Vereinen eine größere Einheitlichkeit erzielen, die dann auch ab 2012/13 in den KFA zum Tragen kommt. Wobei man auch berücksichtigen muss, dass in der Regionalklasse weitaus mehr Mannschaften, die zudem noch aus unterschiedlichen Territorien kommen, spielen.“
Was erwarten Sie vom außerordentlichen Verbandstag?
„Hier werden wichtige Beschlüsse gefasst, die den Fußball im TFV positiv beeinflussen. Der Spielausschuss appelliert an alle Verantwortlichen in den Vereinen, dass sie sich in die Diskussion über künftige Spielpläne einbringen. Der Erfolg hängt letztlich davon ab, dass mehrheitlich gefasste Beschlüsse, wie die der neuen Kreisstrukturen, auch gemeinsam umgesetzt werden.“
Hartmut Gerlach
Quelle:TFV / H.Gerlach